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Flugreisen: Jetlag vermeiden

Wer einmal eine Fernreise gemacht hat, kennt ihn wahrscheinlich: den Jetlag. Mit unseren Tipps bewältigen Sie ihn besser
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 15.10.2016

Nickerchen am Flughafen: Jetlag trifft manche härter als andere

Fotolia/Denkou Images

Am Ankunftsziel aus dem Flieger steigen und sofort den Urlaub in vollen Zügen genießen – so stellen wir uns unsere Fernreisen vor. Doch was erwartet einen in Wirklichkeit? Kaum angekommen, fühlt man sich müde und schlappt und freut sich, so schnell wie möglich ins Hotelbett klettern zu dürfen.

Was ist ein Jetlag?

Der Jetlag hat schon so manche Fernreise vermiest. Er entsteht, weil jeder Mensch einen bestimmten zirkadianen Rhythmus hat. Dieser ist sozusagen unsere innere Uhr und steuert unter anderem über die Hormonausschüttung, wann wir wach und wann wir müde sind. "Außerdem sinken nachts beispielsweise die Körpertemperatur und wir haben ein erhöhtes Schmerzempfinden", erklärt Dr. Jürgen Herold, Schlafmediziner in Roth.

Jetlag tritt auf, wenn diese innere Uhr beim Fliegen in eine andere Zeitzone aus dem Takt gerät. Entspricht der Rhythmus noch dem des Abflugortes, sind wir am Zielort müde, obwohl dort heller Tag ist. Nachts können wir dagegen nicht schlafen, da der Körper auf Tag eingestellt ist.

Neben Müdigkeit sind unter anderem auch Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit sowie eine geringere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit mögliche Symptome eines Jetlags. Die Auswirkungen des Jetlags sind bei jedem unterschiedlich. Bei einigen stellt sich die innere Uhr nach relativ kurzer Zeit um, andere benötigen dazu mehrere Tage. Ältere Menschen leiden wohl mehr unter Jetlag als jüngere.

Umstellung dauert manchmal Wochen

Die Stärke des Jetlags hängt außerdem von der Anzahl der überflogenen Zeitzonen ab. Je weiter wir reisen, desto größer ist der Unterschied zwischen innerer Uhr und Ortszeit. Dementsprechend dauert es auch länger, bis die beiden wieder übereinstimmen. Selbst wenn die meisten Reisenden nach wenigen Tagen scheinbar keine Probleme mehr haben, können sich Körperfunktionen und Hormonwerte noch nicht vollständig umgestellt haben. "Bei einem Zeitunterschied von acht bis zwölf Stunden braucht der Körper etwa zwei Wochen", sagt Herold.

Doch auch die Flugrichtung spielt beim Jetlag eine Rolle. Die Umstellung fällt nach einem Flug von Ost nach West leichter als in die entgegengesetzte Richtung. Denn es ist einfacher, länger aufzubleiben – was nötig ist, um den Jetlag bei einem Flug Richtung Westen auszugleichen –, als früher schlafen zu gehen, wie es nach einer Reise in den Osten notwendig ist.

Tipps gegen den Jetlag

Völlig vermeiden lässt sich der Jetlag nicht. Es gibt allerdings einige Tipps, damit der Effekt einen nicht so stark erwischt. Wichtig ist, den Körper frühzeitig an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Wer in Richtung Westen fliegt, sollte am Abend vor der Abreise verspätet ins Bett gehen. Dagegen ist vor einem Flug nach Osten eine etwas verfrühte Nachtruhe ratsam. Das gleiche gilt für die Mahlzeiten, die man ebenfalls bereits vor dem Abflug leicht anpassen kann.

Ob Sie im Flugzeug schlafen oder besser wach bleiben, ist ebenfalls von der Flugrichtung abhängig. Geht es Richtung Westen, ist vielleicht ein Nickerchen sinnvoll. So fällt es am Ankunftsort leichter, zur verspäteten Zeit ins Bett zu gehen. Generell gilt: Auf der Reise nach Möglichkeit den Verhältnissen am Ankunftsort anpassen. Also im Flieger schlafen, wenn im Zielland Nacht ist, und wachbleiben, wenn dort Tag ist.

Hatten Sie schon einmal einen Jetlag?

Am Urlaubsziel angekommen, rät Herold, viel zu schlafen und sich schonen. Auch Geschäftsleute sollten sich direkt nach der Ankunft nicht zu viele Termine vornehmen. Außerdem ist viel Bewegung im Freien empfehlenswert.  Ebenfalls wichtig gegen den Jetlag: Ausreichend trinken. Auf Alkohol als Müde-Macher sollten Sie allerdings vor, während und nach dem Flug besser verzichten.

Medikamente? Besser nicht

Im Prinzip kann man den Jetlag auch mit Schlafmitteln bekämpfen. Herold rät davon allerdings ab. "Nur in Ausnahmefällen sollte man zu Medikamenten greifen", sagt er. Besser ist es, den Jetlag mit den oben beschriebenen Methoden zu bewältigen.

Bei kurzen Aufenthalten in einer anderen Zeitzone, etwa bei Geschäftsreisen, kann es sinnvoll sein, den Körper gar nicht umzugewöhnen und den alten Rhythmus beizubehalten. Eine Sonnenbrille kann zum Beispiel ein wenig vor Lichteinfall schützen. Außerdem spüren so auch die Geschäftsleute zumindest einen Hauch von Urlaub.



Bildnachweis: Fotolia/Denkou Images

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