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Zehn Tipps gegen Redeangst

Vor großem Publikum zu sprechen, fällt fast jedem schwer. Unsere Expertin erklärt, wie Sie Ihre nächste Rede oder Präsentation ohne Angst halten
von Julia Hirsch, aktualisiert am 07.10.2015

Verstecken geht nicht! Auch gegen Redeangst gilt: Übung macht den Meister

Thinkstock/Stockbyte

Eine Hochzeit steht an und Sie sollen eine Rede auf das Brautpaar halten. Das nächste Monatsmeeting im Büro nähert sich und Sie müssen präsentieren, was es Neues gibt. Oder aber Sie sind eingeladen worden, einen Vortrag vor fremdem Publikum zu halten. Bei diesen Vorstellungen machen sich Schweißausbrüche, Herzrasen oder Zittern bei Ihnen breit? Ihnen fällt es schwer, vor Leuten zu reden?

Diplom-Psychologin Dr. Antje Müller, die sich auf Arbeits- und Organisationspsychologie spezialisiert hat, sagt, dass wir diese Angst von der Schule mit in das Berufsleben genommen haben. Damals riefen die Lehrer uns auf und man musste vor der ganzen Klasse antworten. Bewertet wurde man zusätzlich noch. "Es ist die Angst vor dem Versagen und dem Beobachtetwerden", sagt Müller.

Redeangst kennt fast jeder

Bei einer Rede ist es ähnlich. "Man befindet sich in einer exponierten Stellung, und es wird viel von einem erwartet", erklärt die Expertin. Zuerst einmal sei es wichtig zu wissen, dass nichts passieren kann, auch wenn man bei der Präsentation ins Stocken gerät. Das kann sogar sympathisch wirken. Die Furcht vor einem Vortrag oder einer Rede ist verständlich und alltäglich. "Redeangst ist eine der am weitesten verbreitete Ängste überhaupt. Fast jeder kennt sie", erklärt Müller. Aber Sie können sie in den Griff bekommen. Diese zehn Tipps helfen Ihnen dabei:

1. Vorbereitung ist alles

Bereiten Sie Ihre Rede gut vor. Überlegen Sie sich genau, was Sie sagen wollen. Es ist wichtig, dass Sie selbst verstehen, was Sie reden. Sonst wird Ihnen auch das Publikum nicht folgen können. Wenn Sie nicht wissen, was Sie sagen wollen, machen Sie am besten ein Brainstorming. Das hilft, Ideen und eine Struktur für den Vortrag zu finden.

2. Ziele setzen

Fragen Sie sich: "Was will ich mit meinem Vortrag erreichen? Was will das Publikum wissen und was interessiert es?" Wollen Sie eine bestimmte Botschaft rüberbringen, dann legen Sie diese vorher fest. So haben Sie ein Ziel, worauf Sie hinarbeiten und gleichzeitig auch einen roten Faden.

3. Abschauen erlaubt

Hören Sie anderen Rednern aufmerksam zu. Ganz gleich, ob bei einer Konferenz, einer Bürgerversammlung oder wenn Kollegen eine Präsentation halten. Fragen Sie sich: Wie gestaltet der Vortragene seine Rede? Was gefällt mir daran? Lernen Sie von anderen, auch von deren Fehlern, um sich selbst zu verbessern.

4. Publikum miteinbeziehen

"Je länger der Vortrag ist, desto mehr sollte man das Publikum einbeziehen", sagt Müller. Fragen Sie etwas ins Publikum, auch wenn es nur eine rhetorische Frage ist. Versuchen Sie mit nett aussehenden Zuhörern Blickkontakt zu halten. Wenn Sie das nicht können, schauen Sie auf die Stirn.

5. Zuhause üben

"Tragen Sie Ihre Rede oder Präsentation einer Ihnen wohlgesonnenen Person vor", rät Expertin Müller. Bitten Sie sie vorab, dass sie auf Formulierungen, Verständlichkeit und Reihenfolge achtet. Das Feedback, ob positiv oder negativ, wird Ihnen enorm helfen.

6. Selbstvideo drehen

Sie können auch ein Video von einem Probelauf Ihres Vortrags drehen. "Bei einem Selbstvideo sieht man sich meist das erste Mal so, wie einen das Publikum sieht", erklärt Müller. So erkennt man seine Stärken und Schwächen sehr genau.

7. Bewegung gegen Nervosität

Wenn sie kurz vor Ihrer Rede stehen, so wirkt Bewegung, zum Beispiel an der frischen Luft, wahre Wunder. "Der Stress vermindert sich und somit auch die Angst und die Nervosität", so die Expertin. Aufputschende Lebensmittel wie Kaffee, Cola & Co sind nicht gut, da sie die Herzfrequenz noch erhöhen könnten.

8. Atem- oder Entspannungsübungen machen

Atmen Sie auch tief aus, wenn die Angst in Ihnen hochkommt. Noch besser, sagt Psychologin Müller, "sind Entspannungsübungen wie Tai-Chi oder Yoga", falls Sie diese beherrschen. Langes Ausatmen lässt Sie ruhiger werden und hilft Ihnen die Nerven zu behalten.

9. Offenheit zeigen

Wir sind alle nur Menschen, also sagen Sie ruhig vor der Präsentation, dass Sie ein wenig aufgeregt sind. Keiner wird Sie für diese Ehrlichkeit auslachen oder abschätzig anschauen! Seine Angst offen zuzugeben zeugt von großem Mut und trägt gleichzeitig zu einer lockereren Atmosphäre während der Rede bei.

10. Erfahrungen sammeln

Übung macht den Meister. Bei den meisten Menschen wird die Redeangst mit jedem Vortrag, mit jeder Rede, mit jeder Präsentation ein bisschen weniger. Stellen Sie sich den Situationen und üben Sie einfach immer und immer wieder. Sie werden merken, wie Sie nach und nach immer ruhiger werden.

Und falls doch mal der Faden reißen sollte: Einen Schluck Wasser trinken, ein Blick auf Kärtchen oder Bildschirm lässt einen Blackout schnell wieder verschwinden. Auch ein ehrliches Statement wie: "Oh, jetzt habe ich aber den Faden verloren, einen Moment bitte", hilft Ihnen, wieder zum Text zurück zu finden.



Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte

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